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Social Media Check – mein digitaler Fingerabdruck im Internet

Social Media Check – mein digitaler Fingerabdruck im Internet

Wer im Bewerbungsprozess steckt, wird oder sollte sich in der heutigen Zeit auch Gedanken über sein digitales Image machen.
Wer glaubt, dass sich der zukünftige Arbeitgeber nicht in allen sozialen Medien über potenzielle Kandidaten informiert und hier bereits Entscheidungen fallen, der täuscht sich.

Ihre Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Referenzen) sind längst nicht mehr das Einzige, worauf potenzielle Arbeitgeber achten. Tatsächlich werfen über die Hälfte auch einen Blick in soziale Netzwerke. Deshalb ist es unbedingt notwendig Ihren digitalen Fingerabdruck entsprechend zu optimieren.
Diese Optimierung werden wir in diesem Artikel genauer behandeln und eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung hierzu erstellen.

Sichtbarkeit im Social Media
Es empfiehlt sich gegebenenfalls getrennte Konten für Berufliches und Privates in den sozialen Medien zu führen und den privaten Bereich auch wirklich PRIVAT zu halten, das heißt im konkreten Fall, mit Pseudonymen oder alternativen E-Mail-Adressen, die keine Rückschlüsse auf Sie und Ihren Klarnamen als Lehrer, Teamleiter o. Ä. schließen lassen, zu arbeiten. Wenn Sie sich in einem professionellen Netzwerk wie Xing oder LinkedIn bewegen, ist Sichtbarkeit ausdrücklich gewünscht und auch sinnvoll.

Hier schaffen ein professionelles und starkes Profilbild schon mal einen sehr positiven ersten Eindruck.
Mit professionellem Profilbild ist aber keineswegs das Bewerbungsfoto aus der Schul-oder Studienzeit gemeint, das beim „Fotografen“ um die Ecke auf „Standard“ Hintergründen mit künstlich und verkrampft wirkenden Posen entstanden ist.
Ein „Business Shooting“ bei einem renommierten Fotografen kostet zwar je nach Aufwand zwischen 100 € und 300 €, aber das Ergebnis ist ein nicht zu ersetzender erster Eindruck.
Das Ergebnis eines solchen Shootings kann so aussehen:

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Im Folgenden wollen wir die Wirkung als Profilbild demonstrieren.

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Vielleicht ist unser Beispiel etwas überspitzt, aber es soll hier auch nur als Beispiel der Wirkung von Bilder auf den Betrachter aufzeigen. Wen dieser beiden Kandidaten würden Sie die Geschicke Ihrer Abteilung bei gleicher Qualifikation oder höherer Qualifikation unseres Kandidaten anvertrauen?

Aktualisieren und überprüfen Sie regelmäßig die Datenschutzeinstellungen Ihrer Profile. LinkedIn und Xing sind berufliche Netzwerke, verhalten Sie sich hier so, wie Sie es im echten Leben auf der Arbeit tun würden. Facebook ist eher für den privaten bis semi-professionellen Bereich gedacht und konzipiert. Tragen Sie Sorge dafür, dass Ihre privaten Party-Bilder oder peinlichen Schnappschüsse des letzten Volksfestbesuchs auch nur für Freunde sichtbar sind.
Hier sind im Einstellungsbereich von Facebook der Reiter „Privacy Settings“ oder „Privatsphäre“ die passenden Haken und Einstellungen vorzunehmen.

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Was Sie aber auf alle Fälle in professionellen Netzwerken wie LinkedIn oder Xing verwenden sollten, sind die Funktionen der „Schlagwortwolke“ bei Xing und der „Fähigkeiten“ im unteren Teil Ihres Profils bei LinkedIn, es besteht sogar die Möglichkeit sich Fähigkeiten von anderen Kontakten (beispielsweise Kollegen oder ehemalige Studienkollegen) bestätigen zu lassen.

Halten Sie sich Ihren Rücken frei, wann immer Sie etwas posten möchten, stellen Sie sich folgende Frage: Sie sind Recruiter oder Vorgesetzter, lesen diesen Beitrag oder sehen sich dieses Foto an. Wenn sich unangenehme Gedanken breit machen, lassen Sie es!

Ermutigen Sie Freunde und Familie, Ihre Privatsphären-Einstellungen ebenfalls zu verschärfen, sofern diese Profile Rückschlüsse auf Ihr eigenes Profil in privaten sozialen Netzwerken zulassen, denn auch als bei Ihnen als „privat“ gekennzeichnete Inhalte, die Sie mit anderen geteilt haben, können weiterhin aufgerufen werden.

Schützen Sie Ihre Identität und Ihre persönlichen Informationen, dazu zählt auch die allseits beliebte Sicherheitsfrage bei vergessenem Passwort „Wie lautet der Geburtsname Ihrer Mutter“, die natürlich wahrheitsgemäß beantwortet für Identitätsbetrüger ein gefundenes Fressen ist. Veröffentlichen Sie keine Handynummern, Adressdaten oder E-Mail-Adressen. Für solche Zwecke ist ein „Spam E-Mail Account“ sehr hilfreich, solange eine strikte Trennung zwischen echtem und Spam-Account eingehalten wird.

Achten Sie darauf, welche Fotos und Videos Sie auf sozialen Medien teilen – vermeiden Sie Fotos von Ihrem Zuhause, Ihrer Arbeit, Ihrer Schule oder Orten, mit denen Sie in Verbindung stehen. Denken Sie daran, sobald Sie ein Bild von sich selbst online gestellt haben, können andere Leute es sehen und herunterladen – es wird nicht mehr nur Ihnen gehören.

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Überprüfen Sie, was benötigt wird
Geben Sie keine Informationen online aus, nur weil Sie gefragt werden – denken Sie, ob derjenige, der danach fragt, es wirklich braucht. Wenn Sie Formulare online ausfüllen, um sich beispielsweise bei einer Website anzumelden oder sich für einen Newsletter anzumelden, geben Sie immer die Mindestinformationen an. Alles kann gegen Sie verwendet werden.

Behalten Sie den Überblick über Ihre Postings, eventuell wollen Sie einen alten Post bearbeiten oder löschen, hier empfehlen wir die eigene Online-Aktivität zu überwachen. So wissen Sie immer, wo Sie sich einloggen müssen, um einen Post zu entfernen oder bearbeiten können.

• knapp 40 % der Recruiter haben es zugegeben, Bewerber aufgrund Ihrer Online-Suchergebnisse aus dem Bewerbungsprozess auszusortieren.

• nur etwa über 30 % der Kandidaten haben sich schon einmal selbst im Internet gesucht und nachgeforscht, welche Informationen potenzielle Arbeitgeber über sie einsehen können.

Wonach sucht ein potenzieller Arbeitgeber online
• Nachweise zu Anstellungsverhältnissen (oft zur Validierung Ihrer im Lebenslauf gemachten Angaben)

• soziales oder ehrenamtliches Engagement dient zur Einschätzung Ihres Charakters und Ihrer Interessen.

• Nachweis, dass Sie die Person auch wirklich sind, die Sie vorgeben zu sein

• Nachweis über Projekte oder Fertigkeiten

Dos & Don'ts:

Dos:
Überprüfen Sie, ob Ihre Online-Materialien gut formuliert und frei von offensichtlichen Fehlern sind.

Positive Eigenschaften gehören in den Vordergrund. Zeigen Sie, wie Sie sich einbringen und dass Sie mit Leidenschaft bei der Sache sind (Arbeit ist aber nur das halbe Leben)

Don'ts:
Keine Hasstriaden oder herabsetzende Kommentare über Menschen oder ehemalige Arbeitgeber.

Kritik ist gut, sofern sie konstruktiv und positiv „verpackt“ ist. Wichtig hierbei ist, dass Sie Ihre Kritik auf Nachfrage auch begründen können.

Profilneurose, übertreiben Sie nicht mit Ihren Kompetenzen; Fertigkeiten und Erfahrungen sollten immer belegbar sein.

Fazit

Berufliches und Privates lassen sich immer schlechter voneinander trennen. Social Media weicht die Grenzen immer weiter auf und wir alle müssen einen gesunden Umgang mit sozialen Medien finden und lernen.

Die Vorteile der sozialen Medien liegen auf der Hand und die Nachteile oft im Schatten. Die Suche nach dem Traumjob ist im Netzwerk wesentlich einfacher als Stellenangebote von Firmen zu wälzen; Sie können schon eine Beziehung zum Unternehmen „anbahnen“ und sich schon vor dem Bewerbungsprozess ein Bild der Arbeitsweise der Firma machen, aber haben auch gleichzeitig die Möglichkeit Ihre Erfahrungen und Fertigkeiten positiv zu präsentieren.

Wenn Sie also nach einem Arbeitgeber suchen, der zu ihnen passt, trauen Sie sich den ersten Schritt zu machen und gehen Sie auf das Unternehmen im sozialen Netz zu. Sie wissen nicht, welche neuen Aufgaben, die auf Ihr Profil zugeschnitten sind, auf Sie warten.